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Das .NET Framework

Das .NET Framework

Seit den 1990er Jahren bietet Microsoft für die Entwicklung von Windows-Anwendungen die sog. DNA-Architektur (Distributed iNternet Applications) an, zu der Technologien wie COM , ASP und ActiveX gehören. Charakteristisch für diese Technologie ist die Verteilung der Programmierung auf verschiedene Ebenen und Programmiersprachen, die untereinander über Schnittstellen kommunizieren können. Die Anzahl der Anwendungen, die auf dieser Technologie basieren, beweist, dass sich diese Plattform durchgesetzt hat und auch wohl noch lange existieren wird.

Der  Software-Konzern Microsoft hat mit der Einführung der .NET-Technologie eine noch stärkere Vernetzung und Integration von Webanwendungen vorangetrieben und setzt mit seinen neu- und weiterentwickelten Produkten (MS Office 2003, SharePoint Portal Server 2003) vermehrt auf diese Technologie.

Die .NET-Technologie (oft auch .NET-Plattform genannt) wurde im Jahr 2002 von der Microsoft Corporation auf den Markt gebracht und stellt eine Ebene dar, die auf Windows aufsetzt. Die Plattform umfasst verschiedene Technologien (z.B. Webdienste, Windows- und Datenbankanwendungen), die unter dem .NET-Framework genutzt werden können.

Hauptbestandteil der .NET-Technologie bildet das .NET-Framework, das aus einer Laufzeitumgebung und einer objektorientierten Klassenbibliothek besteht.  Dabei ist der Entwickler nicht auf eine Programmiersprache festgelegt, sondern er kann vielmehr aus mehreren Programmiersprachen, die .NET unterstützen, wählen und unkompliziert auf Softwareteile, die in einer anderen Sprache geschrieben wurden, zugreifen. Ermöglicht wird das durch die Tatsache, dass alle .NET-Programmiersprachen auf eine gemeinsame Laufzeitbibliothek (CLR - Common Language Runtime) zurückgreifen. Im Gegensatz zur DNA-Architektur, die keine gemeinsame Definition für Schnittstellen besitzt, ist diese durch die Schaffung einer Laufzeitbibliothek im .NET Framework bereits für alle Sprachen vorhanden. Dies ermöglicht eine natürlichere und wesentlich einfachere Interaktion von Software, die unter .NET erstellt wurde. Die Bibliothek bildet gleichzeitig die Grundlage aller anderen Bestandteile des .NET Frameworks.

Jede Software, die auf Basis der CLR entwickelt wurde, wird auch als verwalteter Code bezeichnet, da er nicht direkt vom Betriebssystem sondern von der CLR-Umgebung ausgeführt wird. Die so erstellten Anwendungen verfügen dann automatisch über Dienste der CLR, beispielsweise Typüberprüfung zur Laufzeit, automatische Garbage Collection und Sicherheitsunterstützung. Bei nicht verwaltetem Code - also Code, der direkt vom Betriebssystem ausgeführt wird - müssen dafür eigene Dienste zur Verfügung gestellt werden.
Für eine Windows-basierte Eigenentwicklung mit Zugriffen auf Standardanwendungen (aus der DNA-Architektur) wie Office 2003 eignet sich das .NET Framework besonders gut, da hier bereits in der CLR eine umfassende Unterstützung für die Zusammenarbeit mit COM-basierten Anwendungen integriert ist.

Vorteile des .NET-Konzeptes:

  • Gemeinsame Laufzeitbibliothek.
  • Kompaktes Framework.
  • Benutzerverwaltung wird vom Betriebssystem übernommen.
  • Einfache Gestaltung und Einbindung von Webdiensten sowie anderen .NET-basierten Diensten.
  • Unterstützung vieler Programmiersprachen.

Nachteile des .NET-Konzeptes:

  • Momentan nur für die Windows-Plattform erhältlich (Stand 2005).
  • Mögliche Versionskonflikte der Funktionalität älterer und der aktuellen .NET Framework Version 1.2 (Stand 05.2005).
  • Die Sicherheit des Frameworks hängt sehr stark von der Sicherheit des zugrunde liegenden Betriebssystems ab.
  • Keine Garantie auf Kompatibilität bei Upgrade des Frameworks.


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