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Die Geschichte der Wirtschaftswissenschaft

Die Geschichte der Wirtschaftswissenschaft

Wirtschaftswissenschaft bezeichnet die Lehre von der Wirtschaft. Die griechische Wortherkunft, Ökonomik, beinhaltet die Begriffe Oikos für Haushalt und Nomos für Gesetz. Die Geschichte der Wirtschaftswissenschaften reicht bis in die griechische Antike zurück. Zu den antiken Vordenkern moderner Wirtschaftswissenschaft zählten beispielsweise Platon und Aristoteles. Akademische Dialoge und Diskussionen, die zur Bildung allgemeiner ökonomischer Theorien führen könnten, fanden bis ins Mittelalter hinein allerdings kaum statt.

Die Wirtschaftswissenschaft in ihrer heutigen Form entstand im 18. Jahrhundert. In Tableau économique zeigte der französische Arzt Francois Quesnay, angeregt durch Beobachtungen am Hofe Ludwigs XV, Abhängigkeiten von Geld- und Güterströmen auf und beschrieb den Wirtschaftsmechanismus einer Gesellschaft als Kreislauf. Vor dem Hintergrund der merkantilistischen Wirtschaftspolitik Frankreichs, die, gekennzeichnet durch massive staatliche Eingriffe, auf dem besten Wege war, die Industrie und die Landwirtschaft Frankreichs zugrunde zu richten, empfahl Quesnay eine Laisse Faire Politik, später bekannt als Physiokratie. Sein Werk gilt als erste fundierte Theorie ökonomischen Handelns.

Aus diesen Gedanken entstand mit der klassischen Nationalökonomie die erste gesamtgesellschaftliche Wirtschaftstheorie. Wirtschaft avancierte in der Wissenschaft zu einem eigenständigen Wissensbereich. Einen Meilenstein der Wirtschaftswissenschaften schuf der Schotte Adam Smith mit seinem Werk „Untersuchung der Natur und dem Grund des Reichtums der Nationen“. Im 19. Jahrhundert, vor dem Hintergrund der Industrialisierung, rückte die Frage nach der Gewinnverteilung in den Mittelpunkt. Unter anderem Karl Marx prägte die Begriffe Kapitalismus und Sozialismus, betonte die Notwendigkeit der Regulierung des Wirtschaftens und forderte die Kollektivierung der Produktionsmittel. Anfang des 20 Jahrhunderts beschrieben Max Weber, Rudolf Steiner und Werner Sombart auf kritische Weise die Folgen der Industrialisierung und die Schattenseiten des Kapitalismus.

Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte John Maynard Keynes eine Theorie zur Überwindung wirtschaftlicher Krisen durch aktive staatliche Wirtschaftspolitik. Parallel entstand auf Basis des Liberalismus ein nach Milton Friedmann Neoliberalismus genanntes politisches Gegenkonzept, das auf staatliche Reglementierung verzichtete und eine freie Marktwirtschaft nach den Gesetzen der Märkte anstrebte.



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