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Großuhren ab 1850

Großuhren ab 1850

Nach 1850 benutzten viele Uhrmacher Architekturmotive der Renaissance und des Barock zur Rahmung der Gehäuse, die jetzt in der Regel aus vergoldetem Zinkguss bestehen. Unter Napoleon III. werden wohl in bewusster politischer Erinnerung an den Kaiser sogar ägyptisierende Formen wieder aufgenommen. Der Stilpluralismus der Zeit macht die Datierung solcher Uhren oft nicht ganz leicht.

Kleine technische Meisterwerke sind Automatenuhren, damals reine Herrenuhren, mit Darstellungen von Handwerkern, Jägern, Gärtnern und Schäferinnen, von kämpfenden Tieren und apportierenden Hunden. Ganz verschiedene Materialien, Porzellan, Email, Bergkristall, Marmor, Bronze, Korallen und Holz werden zur Steigerung der realistischen Nachbildungen verwendet. Fast alle nach 16oo entwickelten Uhrentypen werden damals kopiert oder variiert, nur die frühen Räderuhren scheinen vergessen zu sein. Die Zifferblätter dieser Uhren sind fast immer emailliert mit römischen oder arabischen Ziffern, die Zeiger aber vereinzelt in Anlehnung an gotische, meist aber an barocke Zeiger gestaltet.

Die in England, Deutschland, Osterreich und Italien während des 19. Jahrhunderts entstandenen Tischuhren folgen oft französischen Vorbildern. Die Weltausstellungen und zahlreiche Veröffentlichungen machen die modischen Entwicklungen rasch und allgemein bekannt. Tisch- und Kaminuhren folgen in Frankreich nach 1800 formal stärker den künstlerischen Idealen des Art Nouveau; in Deutschland aber bestimmt der Jugendstil die Form der Gehäuse der Uhren weit geringer.

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