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Lohnt sich ein Studium? Jutta Allmendigers „Karriere ohne Vorlage"
Was kommt nach dem Studium? Welchen Beruf, welche Tätigkeit stelle ich mir vor? Diesen Fragen sollte man sich möglichst schon vor Ende des Studiums stellen, um für die Zeit nach den letzten Examensprüfungen vorzusorgen. Oder doch nicht? Sind berufliche Werdegänge überhaupt noch planbar? Nein, lautet die Antwort von Jutta Allmendiger. Sie hat die Aufsatzsammlung „Karriere ohne Vorlage" herausgegeben, die sich mit dem Thema Berufseinstieg von Akademikern befasst.
Die Autorinnen und Autoren, zum Teil Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Studienpreises, werfen darin einen genauen Blick auf den Übergang vom Studenten - zum Berufsleben - und auf dessen Schwierigkeiten und Möglichkeiten. Sie diskutieren den Sinn und Zweck eines Studiums vor dem Hintergrund der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt und schildern ihre eigenen Erfahrungen. Ihre Ergebnisse sind vielseitige Puzzleteile eines Phänomens, das offensichtlich zum Trend geworden ist: Karrieren lassen sich nicht mehr planen, sondern entstehen eben „ohne Vorlage". Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Hochschulabschluss einen sicheren Arbeitsplatz bedeutete oder in denen man vom Abschluss bis zur Rente in ein und demselben Unternehmen beschäftigt war: Akademiker gehören im Gegenteil zu den unsichersten Gruppen am Arbeitsmarkt, neben Menschen ohne Ausbildung.
Das bedeutet jedoch nicht, dass auf ein Studium die Langzeitarbeitslosigkeit folgt. Vielmehr gilt es, sich von der so genannten Normalbiografie zu verabschieden und zu akzeptieren, dass es im Laufe eines Erwerbslebens öfter Veränderungen geben wird als in den vergangenen Generationen. Gerade deshalb, so die Schlussfolgerung der Autorinnen und Autoren, ist es unverzichtbar, sich auf sich selbst verlassen zu können und eigene Fähigkeiten zu erkennen und zu stärken. Denn was am Arbeitsmarkt von heutigen Absolventen gefordert wird, ist Improvisationskunst, für die die eigenen Talente die Grundlage bilden. Bas Kast beispielsweise fordert daher seine Leser dazu auf, an Leidenschaften festzuhalten und zu versuchen, diese in einen Beruf zu verwandeln.
Von Wiebke Blanck
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