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Miscanthus - ein nachwachsende Rohstoff mit Zukunft!
Miscanthus (synonym: Chinaschilf) ist so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau: als Rohstoff für Baustoffe im Hausbau, als Basis hochwertiger biologisch abbaubarer Kunststoffe für den Autokarosseriebau oder für CD-Verpackungen, als Tee zum Entwässern des Kreislaufs sowie als Biomasse für die CO2-neutrale Energiegewinnung. Entsorgt man Produkte aus Miscanthus können diese geschreddert und kompostiert werden. Neben diesen Aspekten des rein praktischen oder ökonomischen Nutzens, gefällt Miscanthus auch im Garten als Zierpflanze.
Es gibt sicherlich nicht viele Nutzpflanzen mit derart vielen Vorzügen. Miscanthus gigantheus ist in der Tat eine „gigantomanische" Pflanze. Praktisch ohne Dünge- und Pflanzenschutzmittel kann dieses Gras überall dort wachsen, wo z.B. auch Mais angebaut wird. Miscanthus allerdings viel schneller, im Sommer bis zu fünf Zentimeter am Tag, und erreicht bis zur Ernte eine Höhe von mehr als vier Metern.
Nach Europa wurde Miscanthus ursprünglich importiert, um daraus Biomasse und Tiereinstreu herzustellen. 1989 fanden die ersten Anbauversuche statt. Zunächst waren die Ergebnisse jedoch ernüchternd, weil die meisten Pflanzen den ersten Winter nicht überlebten. Auch die Aussaat erwies sich als problematisch, da Miscanthus durch Sprossung vermehrt werden muss. Da zogen es viele Landwirte vor, von Miscanthus auf Hanf umzusteigen, als dessen Anbau 1995 wieder möglich wurde.
Hierbei übersahen viele Farmer, dass der hohe Aufwand am Anfang durchaus lohnt, weil man das Elefantengras danach für ca. zwanzig Jahre ernten kann. Miscanthus lässt sich viel leichter ernten als Hanf. Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt, so dass Miscanthus sicherlich noch eine große Zukunft bevorsteht.
Meyer, Klaus-Martin
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